Was ist der Forex?

Forex steht für Forex Exchange oder auch Forex Trading. Im Deutschen bedeutet das so viel wie der Handel mit Devisen. Beim Forex Handel wird auf die Kursentwicklung einer Währung im Vergleich zu einer anderen spekuliert. Devisenangebot trifft hier auf Devisennachfrage. Zu einem zuvor ausgehandelten Devisenkurs werden dieselben ausgetauscht. Kaufkraft wird dadurch von der Inlandswährung in eine Auslandswährung umgewandelt. Kreditinstitute und größere Industrieunternehmen sind die Hauptteilnehmer des Marktes. Man findet jedoch auch private Devisenteilnehmer, Devisenmakler und Handelshäuser. Besonders den privaten Teilnehmern ermöglichen sogenannte Forex Broker über Differenzkontrakte einen indirekten Zugang zum Devisenmarkt.

Heute gibt es kaum noch lokalisierbare Devisenbörsen.

Die hauptsächliche Aufgabe der Devisenbörsen wird inzwischen von Referenzwerten wie dem EuroFX (in Europa)erfüllt. Der online-Handel ist zum größten Handelsmedium avanciert. Auch der Telefonhandel hält sich im Wettbewerb. Gehandelt werden ausschließlich solche Devisen, die eine repräsentative Währungsbezeichnung gegenüber dem jeweiligen Herkunftsland besitzen. Eine der jüngsten Währungen ist definitiv der im Jahre 2002 eingeführte Euro. Der Dollar hingegen wurde bereits 1875 eingeführt. Vorreiter waren der Yen (1871), die Schweizer Franken (1850) und der Pfund Sterling im Jahre 1750. Der Handel selbst findet zum großen Teil direkt zwischen den jeweiligen Teilnehmern des Marktes statt. Besonders der Interbankenhandel bildet einen umfangreichen Part. International tätige Kreditinstitute handeln hier über standardisierte Devisengeschäfte. Da der Handel fast ausschließlich elektronisch stattfindet, werden innerhalb von Sekunden oft überaus hohe Beträge zwischen den Banken gehandelt. Hier ist fast niemals Bargeld, sondern ausschließlich Buchgeld im Spiel.

Es existiert keine weltweite Aufsicht über den Forex  Markt.

Einige Marktteilnehmer werden zuweilen auf nationaler Ebene beobachtet. Sofern die Teilnehmer als Kreditinstitute gelten, unterliegen sie der Bankenaufsicht ihres jeweiligen Landes. Die Bankenaufsicht kümmert sich um die Befolgung der gesetzlichen Regelungen wie zum Beispiel in Deutschland die Mindestanforderungen an das Risikomanagement. Bestandsrisiken bei Devisen müssen gemeldet werden. Risiken beim Forex Exchange bestehen vor allem aus Marktpreisrisiken, dem Ausfall von Geschäftspartnern (gerade bei Termingeschäften kann das zu erheblichen Verlusten führen) und rechtlichen Risiken (wenn zum Beispiel an der devisenrelevanten Gesetzeslage unvorhersehbare Änderungen durchgeführt werden).
Der Forex Exchange Market konnte im Jahre 2011 einen Tagesumsatz von ungefähr 4 Billionen US-Dollar erzielen und ist damit der größte Finanzmarkt der Welt. Dies scheint nicht verwunderlich zu sein, denn der Forex Handel hat eine lange Tradition. Bereits im Jahre 1880 gab es die Möglichkeit, ausländische Zahlungen auf einem eigenen Bankkonto im Ausland gutschreiben zu lassen. Durch Gründung der Weltbank, des IWF und nicht zuletzt durch das Bretton-Woods-Abkommen im Juli 1944 konnten weltweit feste Wechselkurse entstehen.

Die Schwankungsbreiten wurden international festgelegt.

1969 wurden diese festgelegten Wechselkurse zum ersten Mal gelockert. Im Jahre 1973 schließlich begann die EG mit dem gemeinsamen, sogenannten Block-Floating gegenüber dem amerikanischen Dollar und startete so eine Ablöse der bisher geltenden, festen Kurse durch einen frei schwingenden Wechselkurs. Die Risiken für alle Beteiligten des Marktes mussten nun erheblich ansteigen. Besonders in Krisenzeiten war der Forex Markt extremen Entwicklungen ausgesetzt. Damit war er, anders als zum Beispiel der Wertpapier- oder Geldmarkt überaus abhängig vom Eingreifen staatlicher Institutionen. Sofern eine Währung in die Krise geriet, musste die Zentralbank eingreifen. Das ist auch heute noch der Fall.